Март 18 2004

18.03.04 Tracing W(rite)

18.03.04 Tracing W(rite) – is a theater production, directed and created by Ximena Garnica with an ensemble of six actors-students and the collaboration of videographer Shige Moriya and electronic musician Grundik Kasyansky.Tracing W(rite) was presented at The City College of New York

Март 03 2004

Musikansich, for electronics and birds, 03.03.2004

review by: Bernhard Frey
Unwahrscheinlich abgefahren, dabei aber total gechillt ist …For electronics and birds von Grundik + Slava. Die beiden in Russland geborenen Kunstler liefern ihr viertes Album ab seit 1995, dem Beginn der gemeinsamen musikalischen Karriere, nachdem sie sich an einer Universitat in Israel kennen gelernt hatten.

Neben Tontragern machen sie interaktive Sound- und Multimedia-Installationen, Musik und Sounddesign fur Kurz- und Dokumentarfilme, Videokunstwerke und Theaterprojekte u.a. in Israel, Kanada und den USA, wo Grundik mittlerweile lebt. Und 2002 konnten sie auf dem internationalen Computer Art Festival Pixxelpoint in Slowenien den ersten Preis in der Kategorie „Musik“ einheimsen.

Sie verstehen es also, Atmospharen zu schaffen und genau das passiert auch auf …For electronics and birds”. Dabei bauen sie eine Brucke zwischen Natursounds und synthetischen Klangen. Eine Art durch die CD fuhrendes Leitmotiv, das die Ubergange zwischen den Tracks bildet, sind dabei Aufnahmen der Gesange von Singvogeln aber auch des Schnatterns von Gansen oder Enten.

Die kunstlichen Sounds wirken oft metallisch. Vieles klingt wie Glockenspiele oder wie bei „Music Box 1“ zum Beispiel nach einer Spieluhr, die schlie?lich beschleunigt und komplett durchdreht. Meist geht es aber ganz langsam und entspannt zu.

Bei „Pianka Do Golenia” kommen sorglos-frohliche, aber nach und nach verhackstuckte Saxophon- und Akkordeon-Sounds in einem Tango-artigen Rhythmus zu Ehren, oder es schwellen bedruckende Orgelsounds („Rain Music“) oder morphende Synthesizer-Flachen („Song For Dong“) an und ab. Der einzige Track mit menschlicher Stimme ist „Lost Fado“, zu dem Victoria Hanna (mittel)ostliche Ethno-Gesange beisteuert, die mich etwas an VAST erinnern.

Klassische Songstrukturen und Beats gibt es auf dieser CD keine. Rhythmen werden stattdessen oft erzeugt durch knackende, klopfende Sounds, die sich teilweise anhoren, als hatte man es mit Produktionsfehlern der CD zu tun. Grundik + Slava scheuen sich nicht vor sperrigen Elementen. Trotzdem erzeugen sie hauptsachlich liebliche, harmonische Stimmungen, in denen unterschwellig aber meist noch eine negativere, aufwuhlendere Ebene mitschwingt oder auch die Uberhand gewinnt.

…For electronics and birds ist eine vielseitige und trotz aller Experimentierfreudigkeit homogene Mischung, meiner Meinung nach am Besten fur Chill-Out Zwecke geeignet. Freunde abgefahrener, ruhiger Klangcollagen konnen reinhoren.

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Март 01 2004

Der Medienkonverter, for electronics and birds, 01.03.2004

Welch hervorragender Zeitpunkt, diese CD zu besprechen. Letzte Schneehaufen schmelzen zu glitzernden Rinnsälen, Narzissen, Krokusse und Schneeglöckchen künden vom Herannahen des Frühlings. Bereits frühmorgens erklingt aus Bäumen und Sträuchern das muntere und aufgeregte Gezwitscher der Vögel.
Jede Menge frühlingshafter Vogelstimmen gibt es auf dem neuen Tonträger des amerikanisch-israelischen Duos Grundik + Slava. Das Werk mit dem bezeichnenden Titel „ … For Electronics And Birds” ist bereits das vierte Album der experimentell orientierten Komponisten Igor “Grundik” Kasyansky und Slava Smelovsky.. Ihre musikalische Kooperation begannen die beiden im Jahre 1995, ihre ersten drei Alben wurden damals noch auf den israelischen Labels Fact Records und Earsay Records veröffentlicht. Mit dem Wechsel zum deutschen Label Stateart wollen und können sie nun erstmals ein geneigtes Hörer-Publikum auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus erreichen.

„ … For Electronics And Birds“ umreißt bereits, worum es bei den zehn Titeln geht. Grundik + Slava haben die Stimmen vieler kleiner, gefiederter Freunde und die unverkennbare Atmosphäre der freien Natur eingefangen und mit den unterschiedlichsten Spielarten elektronischer Klangerzeugung kombiniert. Jedoch findet hier keine Verzerrung des „Natürlichen“ statt, sondern eine harmonierende Symbiose „echter“ und „künstlich“ erzeugter Stimmen. Nur bei wenigen Titeln, etwa dem wunderschönen, fast Dead can Dance-, aber auch Delerium ähnlichen „Lost Fado“ offenbart sich auch die menschliche Stimme (in Form eines vollkommenen, reinen Frauengesangs) dem Hörer. „ … For Electronics And Birds“ ist Ruhe pur. Einem Tempo-Rausch scheint hier niemand verfallen zu sein. Im Vordergrund steht das offen gehaltene, aber dennoch bewusst durchdachte Experiment im Umgang mit der Musik, die starke Soundtrack-Qualitäten aufweist. (Grundik + Slava komponieren übrigens auch für Kurzfilme, Installationen sowie Multimedia-Projekte).

Während sich „Virola“ mit seinen düsteren, mystischen Grundstimmung wie ein Morgenspaziergang durch die noch in Frühnebel gehüllte Landschaft präsentiert, glaubt man sich bei „Music Box 1“ in die Kindheit zurück versetzt, in der die traditionelle Spieluhr mit ihremoft blechernen, leicht „verzogenen“ Klang noch einen persönlichen Wert besaß. „Pianka De Golenia“ wiederum ist „Music for Bars“, folkloristisch angehaucht, voller Lebendigkeit, mit einem ruhelosen Bass und Zieharmonika-Atmosphäre. Und immer wieder dazwischen: Vogelgezwitscher, Enten- und Gänse(?)-Geschnatter, und das leise, stetige Atmen der Natur. „Rain Music“ besticht durch seine Schwermütigkeit, einem Anflug von Traurigkeit. Wie Regentropfenfallen die elektronischen Kling-Klangs durch den Äther, die perkussiven Elemente erinnern an Pferdegetrappel, das immer schneller, immer
fester, wird. Auch die Dichte der elektronischen Regentropfen steigert sich stetig und wächst zu einem heftigen, kurzen Platzregen. Erst nach und nach wagen sich die ersten Federtiere wieder hervor. Am Ende schließt sich der Kreis, „Inarticulate Pattern“ nimmt die Melodie-Strukturen des ersten, epischen Titels „Pattern in Time“ wieder auf und entlässt den Hörer langsam und sanft in seine eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit. Der süße, pummelige gefiederte Freund auf dem Cover des schlicht-weißen Digipacks macht Lust auf die Jahreszeit, die sich hoffentlich bald in voller Pracht entfaltet – denn ohne ihn wäre der Frühling nur halb so schön.

Betont minimalistisch wie die Musik ist übrigens auch die Verpackung. Booklet gibt es keines, dafür empfiehlt sich die Homepages der Künstler für weitere Informationen.

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